Nordsulawesi bietet eine Reihe von Tauchgebieten, die jedes für sich allein die Reise wert ist. Möchten Sie nach seltenen Lebewesen des Makrobereichs suchen? Tauchen Sie am liebsten an Steilwänden mit großartigen Hard- und Weichkorallen? Oder wollen Sie vielleicht einen Unterwasservulkan erforschen? Ganz gleich, was es ist, in Nordsulawesi werden Sie es finden!
Der Bunaken-Nationalpark
Das Tauchgebiet um Bunaken, Manado Tua, Siladen, Nain & Mantehage ist ein Unterwasser-Nationalpark von mehr als 85.000 Hektar. Bei dem überwiegenden Teil der Tauchplätze handelt es sich um Steilwände mit einem artenreichen Bewuchs. Ein Paradies sowohl für Makro- als auch für Weitwinkelfotografie. Begegnungen mit Riffhaien, Schildkröten, Adlerrochen sind immer möglich, und gelegentlich werden Dugongs, Delfine und Minkwale gesichtet.
Bitte beachten: Für Tauchgänge im Bunaken-Nationalpark muss eine Gebühr von 150.000 Rupiah (ca. 11,- €) bezahlt werden, die für die Erhaltung des Nationalparks aufgewendet wird. Die Gebühr muss für den gesamten Aufenthalt nur einmal bezahlt werden, das Ticket gilt für 1 Kalenderjahr.
Lembeh Strait
Lembeh ist eine kleine Insel vor der Küste von Nord-Sulawesi, die durch eine Wasserstraße vom Bezirk Minahasa getrennt ist. Die Wasserstraße heißt Lembeh Strait (Auf dem Meer heißen die Wasserstraßen nicht 'Street' sondern 'Strait'). So unglaublich es klingt, das eigentliche Tauchgebiet mit seiner einzigartigen Makrowelt liegt nicht an den Ufern rund um die Insel Lembeh, sondern ausschließlich in dieser Wasserstraße. Wo Schiffe fahren, die hier schon mal Dinge über Bord gehen lassen, die eigentlich nichts im Meer zu suchen haben. Wo Anrainer ihre Abwässer einleiten, es in der Nähe von Anlegestellen und Bootshäfen unter Wasser aussieht wie bei Hempels unterm Tisch. Und da soll man tauchen und auch noch gute Makroaufnahmen machen können - vielleicht sogar die besten der Welt? Man kann!!
Es ist das Widersprüchliche an der über 100 m tiefen, 19 km langen und maximal 4 km breiten Lembeh-Straße, was sie so faszinierend macht. Große Bereiche der Unterwasserlandschaft sind von weiten Flächen des allgegenwärtigen Lavasandes bedeckt. Kahl, trostlos und dennoch voller Leben. Im Sand lebt eine Tierwelt, die ihresgleichen auf der Welt sucht. Manche Areale sehen aus wie die Uferzonen eines veralgten Bergsees. Grüne Schleimalgen überwuchern jeglichen Bewuchs, dazwischen schwimmen schillernde Rotfeuerfische. Unwirklich, atemberaubend, bizarr.
Etwa 300 verschiedene Nacktschneckenarten soll es hier geben, Genaues weiß niemand. Eine am Rande der Lembeh-Straße angesiedelte biologische Station findet nach Insiderinformationen fast täglich eine neue Tierart. Und das scheint glaubhaft, wenn man die Artenvielfalt betrachtet, die man selbst als Laie im Vorbeitauchen entdeckt. Vieles, was wir gesehen und fotografiert hatten, fanden wir in keinem Unterwasserführer, egal wie gut und ausführlich er auch seltsame und wenig bekannte Lebewesen des Meeres beschrieb.
Bangka-Archipel
Wenn man die Lembeh Strait nach Norden verlässt, kommt man in ein traumhaftes Tauchgebiet. Sandstrände wechseln mit Felsen, Weichkorallen mit Steinplatten, Fischschwärme mit solitären Giftfischen. Bangka hat von allem etwas. Korallenblöcke, Steilwände, und eine geheimnisvolle Mauer im Meer, von der keiner weiß, ob sie nicht in grauer Vorzeit von Menschenhand geschaffen wurde.
Wunderschöne Buchten laden hier zum Nachttauchen ein. Hier zeigt Indonesien, wie abwechslungsreich das Tauchen in diesem Land sein kann. Auch in Bangka findet man Critters, kleine Monster und seltsame Lebewesen, aber das Auge fängt anfangs mehr die gewaltigen Fächerkorallen ein, die an den exponierten Stellen in die Strömung hinausragen. Seit Jahren steht vor Bangka ein riesiger Schwarm Gelbstreifenschnapper immer an der selben Stelle. Es müssen Hunderte Fische sein. Schwimmt man in den Schwarm hinein, öffnet er sich und schließt sich hinter einem wieder. Ein unglaubliches Erlebnis.
Popoh
...ist ein Tauchgebiet, das auch im Inselstaat Indonesien zu den Pretiosen gehört. Dabei ist es ganz anders. Keine Riffwände, keine üppigen Korallenfelder, keine Gorgonien, keine Steilabfälle, keine Canyons. Nur Seegras! Aber ein besonderes. Durchsetzt mit Giftfischen, Seeschlangen, Nacktschnecken, Muscheln und eigenartigen Fischen. Grün wie das Gras, in den sie leben und deshalb genauso schwierig zu fotografieren.
Wer in Popoh tauchen möchte, sollte mindestens zwei, als Fotograf oder Videograf sogar 4 Tage einplanen. Genügend Zeit muss sein, damit man die im Seegras verborgenen Motive aufspüren kann. Und die sind es wert, dass man sich näher mit ihnen beschäftigt. Rhinopias (besondere und seltene Art von Skorpionsfisch) in gelb und rot, Nacktschnecken mit Partnergarnelen, eigenartig gefärbte und strukturierte Anemonen, Seenadeln, Seepferdchen in gelb und grün, Teufelsfische, Estuariensteinfische, Blattfische, Rotfeuerfische, Barrakudaschwärme, und nie zuvor gesehene Seeschlangen. Gefährliche Zeitgenossen, die das Frontglas des UW-Gehäuse attackierten.
In Popoh findet man nur sehr vereinzelte Korallenblöcke, die dann allerdings mit viel Leben versehen sind. Beispielsweise drei unterschiedliche Muränenarten in einem Loch oder Krötenfische paarweise. Popoh ist anders als die umliegenden Tauchgebiete. Aber gerade deswegen ist der Besuch fast ein Muss. Man sollte das einmal gesehen haben.
Sangihe-Talaud Archipel
Diese Tauchplätze im äußersten Norden Indonesiens sind wetterbedingt nicht immer erreichbar. Hier gibt es wunderschöne Hartkorallengärten, fantastische Sichtweiten und keine anderen Taucher. Das absolute Highlight ist ein Unterwasservulkan bei der Insel Mahengetang. Gruppen, die hier tauchen möchten, müssen an das nahegelegene Dorf eine Gebühr in Höhe von 500.000 indonesischen Rupiahs bezahlen (ca. 35 Euro), der Betrag wird durch alle Teilnehmer geteilt. Auch die Landschaft beeindruckt durch beeindruckende Vulkane. So befindet sich auf der Insel Siau ein noch aktiver Vulkan, wo man oftmals austretende Lava sehen kann.
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