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Reisebericht Mexiko 2025

Von Peter Schulze, November/Dezember 2025.

Cabo Pulmo — Zwischen Staubpiste und Sternenhimmel

Schon die Anreise nach Cabo Pulmo macht klar: Das hier wird kein klassischer Tauchurlaub. Die Reise mit Condor von München nach Frankfurt und weiter per Direktflug in 12,5 Stunden nach San Jose del Cabo verläuft extrem entspannt. Nach der Ankunft geht es per Privattransfer weiter in Richtung Norden, und die letzten 20 km führen über eine staubige Schotterpiste, vorbei an Rindern, Hitze und endloser Weite.

In dem kleinen, verschlafenen Nest, in dem außer Tauchern und Sportfischern maximal 200–300 Einwohner leben, wartet ein Glamping-Camp mitten im Nirgendwo. Einfache Zelte mit Platz für bis zu vier Personen, ausgestattet mit Moskitonetzen, sowie gemeinschaftliche Sanitäranlagen im Freien zwischen Kakteen und Sträuchern bieten wenig Luxus, erreichen aber dennoch einen ähnlichen Standard wie die wenigen Appartements und Pensionen im Ort.

Am Abend stehen einige Restaurants und Bars mit gutem Essen zur Auswahl. Nach Einbruch der Dunkelheit wird es jedoch schnell richtig dunkel. Zwischen Ort und Camp braucht man eine Taschenlampe, um sich nicht zu verlaufen – dafür ist der Blick auf den Sternenhimmel über der Wüste so klar, intensiv, überwältigend wie man ihn selten sieht. Genau mein Ding.

Cabo Pulmo selbst lebt vom Tauchen. Am ersten Morgen beobachte ich vom Café aus Tauchboote, die nach dem Losverfahren ihre Tauchspots zugeteilt bekommen – ein fast schon ritualisiertes Schauspiel. Die Qualität der Spots, von denen am Vormittag zwei und am Nachmittag je nach Anfrage ein bis zwei angefahren werden, hängt stark vom Losglück ab. Das erklärt die sehr unterschiedlichen Rückmeldungen von Gästen, die von Cabo San Lucas eine Tagestour hierher buchen.

Die Tauchbasis von „Cabo Pulmo Travel“ ist hervorragend ausgestattet und organisiert und hat täglich drei bis vier Boote im Einsatz. Die Wassertemperaturen liegen Mitte November bei 24–26 °C. Die Hauptreisezeit ist von August bis Dezember. Im Frühjahr sind die Temperaturen deutlich kühler, dafür gibt es auch weniger Andrang an Tauchern, die überwiegend aus den USA oder Mexiko kommen.

Einmal im Wasser, sehe ich durch die Maske unter anderem Bullenhaie, große schwarze Groupers und riesige Tornado-Jack-Schwärme in der relativ kargen Unterwasserlandschaft. Die Sicht ist meist sehr gut und liegt bei rund 25–30 Metern.

Mein persönliches Fazit: Cabo Pulmo ist ein Top-Tauchspot. Ein Tagestrip von Cabo San Lucas lohnt sich aufgrund der langen Anfahrt und des Risikos, bei der Tauchspot-Tombola eine „Niete“ zu ziehen, nur eingeschränkt. Um das volle Potenzial der spektakulären Plätze zu nutzen, sollte man hier mindestens vier oder fünf Tage einplanen und sich auf einfache Wohnverhältnisse einstellen.

Magdalena Bay — Magie auf offener See

Nach Cabo Pulmo wird es maritimer: Zunächst steht eine Zwischenübernachtung im Tesoro Hotel in Cabo San Lucas an – inklusive Kulturschock. In der stark von Touristen frequentierten Stadt weht ein völlig anderer Wind als im beschaulichen Cabo Pulmo.

Das Abenteuer beginnt mit dem Einschiffen auf der Nautilus Gallant Lady und der Abfahrt Richtung Magdalena Bay, die wir nach rund 17 Stunden erreichen. Die nächsten Tage verbringen wir, aufgeteilt in zwei Gruppen mit je sechs Teilnehmern, auf zwei leistungsstarken Pangas. Ein ortskundiger Fischer führt uns und entdeckt mit geschultem Auge die gesuchten Baitballs.

Magdalena Bay bedeutet weniger Tauchen, dafür pure Interaktion. Ich schnorchle mit Seelöwen, sehe Buckelwale direkt neben dem Boot, dazu Delfine, Marlins und riesige Baitballs aus Sardinen – ein permanentes Naturschauspiel. Die Regeln sind klar: Abstand halten, Ruhe bewahren, Respekt vor den Tieren. Wenn alles passt, explodiert das Leben im Wasser und ich habe das Gefühl, Teil von etwas ganz Großem zu sein.

Nautilus Gallant Lady

Mit dem Blick auf den Horizont gerichtet, suchen alle wie im Jagdfieber nach Unregelmäßigkeiten auf der Wasseroberfläche. Sobald der Guide „go, go, go“ ins Wasser deutet, springen die Schnorchler, immer in der Hoffnung auf einen stationären Baitball. Oft sind die Schwärme jedoch so dynamisch, dass es mehrere Versuche braucht, um mehr als einen kurzen Blick zu erhaschen.

Doch häufig haben wir Glück: Wir folgen den Schwärmen und beobachten, wie Seelöwen und pfeilschnelle Blue Marlins sich die Sardinen streitig machen, während Pelikane von oben ins Wasser schießen. Immer wieder begegnen wir auch Buckelwalen, die entlang der Küste nach Süden ziehen. Manche sind zu schnell, andere ermöglichen mit respektvollem Abstand spektakuläre Begegnungen.

An einem Vormittag zwingt uns die raue See zu einem Landausflug. Mit den Pangas fahren wir tief in die Bucht hinein, wo Mangroven die Landschaft prägen. Am Ende geht die Szenerie in eine Wüstenlandschaft mit meterhohen Dünen über, die bis zu einem endlosen, einsamen Strand am Pazifik führen – eine wunderschöne Kulisse.

Die Tage vergehen wie im Flug. Ein Highlight folgt dem nächsten: der Besuch einer großen Seelöwenkolonie, bei dem die neugierigen Tiere die Schnorchler umkreisen und sogar vorsichtig an Kameras knabbern. Am späten Nachmittag taucht schließlich eine riesige Delfinschule am Horizont auf und durchquert die Bucht – ein Anblick, für den mir die Worte fehlen.

Am letzten Tag stehen die beiden einzigen Tauchgänge der Tour an – zugleich ein Check-Dive für die nächste Etappe.

Am Ende bleibt ein hochemotionaler Rückblick mit einem klaren Fazit: Magdalena Bay – Natur pur – jederzeit wieder.

Großes Kino unter Wasser — Socorro & St. Benedicto

Socorro ist taucherisch das absolute Highlight – und gleichzeitig fordernd. An Bord der Nautilus Under Sea ist reichlich Platz, und das großzügige Tauchdeck bietet ideale Bedingungen. Die lange, teils raue Überfahrt ist anstrengend, aber beim ersten Tauchgang sofort vergessen.

Gigantische Mantas umrunden mich und schweben minutenlang über mir. Im Blauwasser erscheinen Hammerhaischulen sowie Galapagos-, Seiden- und sogar Tigerhaie – unbeschreiblich.

An St. Benedicto beeindruckt besonders der Spot „Boiler“. Egal wie die Bedingungen sind – hier passiert immer etwas.

Nicht jeder Tauchgang ist spektakulär, und manchmal geben Wind, Strömung und Sicht die Richtung vor. Der geplante Besuch von Rocca Partida fällt wetterbedingt aus. Doch die Intensität der Begegnungen, besonders mit den Mantas – inklusive Black Mantas – ist außergewöhnlich.

Dazu kommen gute Briefings, spannende Vorträge, hervorragende Küche und eine engagierte Crew. Am Ende bleibt vor allem Demut, Dankbarkeit und das Gefühl, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben.

Entspanntes Finale — La Paz

Nach den Offshore-Abenteuern fühlt sich La Paz fast urban an – im besten Sinne. Der Transfer von Cabo San Lucas dauert rund zwei Stunden und führt durch abwechslungsreiche Landschaften.

In La Paz angekommen, bin ich positiv überrascht: eine sichere Stadt, entspannte Atmosphäre, zahlreiche Restaurants und Cafés sowie die wunderschöne Uferpromenade „Malecón“, der zum Flanieren einlädt.

Ich wohne in der familiengeführten Villa Carey, einer auf Taucher ausgerichteten Unterkunft mit rund 20 Zimmern. Die Zimmer sind funktional, verfügen über Kameratische und passende Steckdosen. Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle, und der Ablauf ist hervorragend organisiert.

Die Tauchbasis ist schnell erreichbar. Drei Boote starten täglich nach dem Frühstück zu Two-Tank-Dives. Taucherisch bietet La Paz viel Abwechslung: Wracks mit Fischreichtum, Schildkröten, kaum Strömung sowie Los Islotes mit verspielten Seelöwen und intensiven Begegnungen. Alles läuft reibungslos – perfekter Service.

Der Abschluss ist emotional: eine Party auf der Dachterrasse mit BBQ, Live-Musik und vielen Erinnerungen. Am letzten Tag folgt noch Walhai-Schnorcheln – ein beeindruckendes Erlebnis.

Fazit

Diese Reise ist intensiv, fordernd, informativ und unglaublich bereichernd – ein echtes Abenteuer voller unvergesslicher Momente. Wer Natur, große Tiere und authentisches Tauchen sucht, findet hier genau das. Für mich bleibt es eine Reise, von der ich noch viel erzählen und die ich nie vergesse werde.

Peter Schulze
November/Dezember 2025


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Peter Schulze

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